lavendel



Leseprobe

 

Die Strecke nach Milano war ihr wohl bekannt, Mühe bereitete die Stadtdurchquerung. An zwei Tankstellen musste sie nach der Straße zum Comer See fragen. Endlich hatte sie die lebhafte Stadt hinter sich gelassen und fuhr auf der Landstraße, die nach Guissano führte. Angestrengt hielt sie Ausschau nach der Abzweigung Briosco. Es war nicht leicht, denn als sie damals mit Silvio gefahren war, hatte sie sich nicht auf die Strecke konzentrieren müssen. So war es mehr als schwer, sich zu orientieren. Wieder hatte sie sich verfahren und musste umkehren, weil sie die besagte Nebenstraße verfehlt hatte. Endlich war sie auf dem richtigen Weg, atmete tief durch, fuhr die Via Palazzina entlang und kam von dort direkt zu der bekannten Villa. Unmittelbar vor dem Ziel beschlich sie Beklemmung. Der Gedanke, ob sie richtig handelte, drängte sich ihr förmlich auf. Jetzt war es zu spät für eine Umkehr, sie parkte schon neben der Eingangstreppe und erblickte links daneben einen schwarzen Mercedes. Insgeheim hatte sie gehofft, Silvios Alfa hier zu sehen, aber das war wohl Illusion. Was würde sie hier erwarten! Jetzt war sie befangen und musste Mut fassen. Sie vermutete, Silvio war nicht hier, nun war es wichtig Eigeninitiative zu entwickeln und Ruhe bewahren. Auf alle Fälle würde sie vorbringen, aus geschäftlichen Gründen hier zu sein. Mutig stieg sie aus und eilte die Stufen zur Eingangstür hinauf. Ihr war mehr als mulmig zumute. Ein Druck auf die Klingel und schon nach wenigen Sekunden ging die schwere Türe auf. Erleichtert erkannte sie Emanuel, der die Tür zur Halle öffnete. Emanuel lächelte knapp und verhielt sich reserviert. Er wartete diskret, bis sie ihr Anliegen vorbrachte. Sie spürte die augenblickliche Spannung nur zu deutlich und frage mutig: »Ist Silvio hier?« Dieser Mann machte eine hilflose Geste, indem er die Schultern nach oben zog und den Kopf nach rechts neigte. Sandra wartete seine Antwort nicht ab und sagte ungehalten: »Sie kennen mich, vor drei Wochen war ich mit Silvio….….« Da kam sie nicht mehr weiter, ihre Stimme stockte, denn ……………..